Urbaner Waldgarten Holderbachtobel

Herausforderung: Grenzertragslage zwischen Siedlung und Waldrand

In Zürich gibt es viele am Waldrand gelegene landwirtschaftlicher Nutzflächen, deren Bewirtschaftung wegen ihrer schattigen und steilen Lage schwierig ist. Der Einfachheit halber wird dieses Land meistens beweidet. Wir stellen usn die Frage, wie kann man solche Flächen so bewirtschaften kann, dass sie neben der landwirtschaftlichen Produktivität die Biodiversität schützen und klimapositivwirken. Aber damit noch nicht genug- wir sind davon überzeugt, dass es möglich ist, darüberhinaus auch noch einen  Beitrag für uns Menschen leisten zu können: unsere ästhetischen und multifunktionale Stadtlandschaften sind Räume zur Erholung, Bildung und Mitgestaltung für die Quartiere.

Lösung: Öffentliche Urbane Waldgärten

Urbane Waldgärten sind hinsichtlich all dieser Kriterien ein vielversprechendes agrarökologisches Bewirtschaftungskonzept, nicht nur für Flächen in landwirtschaftlichen Grenzertragslagen, sondern insbesondere auch für die zukünftig entstehenden Landschaftlichen Parks.

Waldgärten sind ein altbewährtes und weltweit verbreitetes Bewirtschaftungskonzept, bei dem mehrjährige essbare Pflanzen – Obst- und Nussbäume, essbare Sträucher, mehrjähriges Gemüse und Kräuter – miteinander, mehrschichtig und dauerhaft angebaut werden. Waldgärten haben viele positive Eigenschaften, weshalb sie auch als multifunktional bezeichnet werden. Neben der agrarökologischen Lebensmittelproduktion, wird die Artenvielfalt gefördert und geschützt. Darüberhinaus kühlen die Pflanzen die Umgebung, tragen zum Bodenschutz und Humusaufbau bei, was wiederum Wasser speichert und das Klima schont. In Städten erfüllen Urbane Waldgärten als öffentliche Räume zudem wichtige soziale Funktionen. Sie bieten Raum indem der Mensch Natur erfahren kann: Zur Erholung, als Lern- und Begegnungsort, ein Ort zum Mitgestalten, Mitanpacken und Ernten.

In Deutschland finden Urbane Waldgärten zunehmend Verbreitung, gefördert insbesondere durch ein von mehreren Bundesämtern finanzierten Grossprojekts, innerhalb dessen auch ein nationales Wissens- und Erfahrungsnetzwerk aufgebaut wird. In der Schweiz fehlt bisher solch ein systematisches, prototypisches und partizipatives Enwickeln gemeinschaftlicher urbaner Waldgärten.

Jetzt auch in Züri: Ein Waldgarten als Teil des Reallabors Urbane Agrarökologie

Im Holderbachtobel (Zürich-Affoltern) soll auf 4,5 ha Grünland ein Urbaner Waldgarten entstehen. Zentral ist dabei die Partizipation
verschiedener Akteure aus dem Quartier, der Wissenschaft, der Praxis und der Stadtverwaltung, damit dieser Ort in einem co-kreativen Prozess
geplant, aufgebaut, beforscht und bewirtschaftet werden kann. Durch die Einbindung ins Reallabor UA, ermöglich das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und Verbreitung Urbaner Waldgärten in der Schweiz.

Aktueller Stand

Das Technikum Urbane Agrarökologie hat im ersten Halbjahr 2022 einen Konzeptplan für das Holderbachtobel als Modul im Reallabor Urbane Agrarökologie erarbeitet. Ausserdem wurde ein Projektplan mit Fokus Beteiligung des Quartiers erstellt. Dies wurde finanziell von Grün Stadt Zürich unterstützt.